Ina Stock, Annette Spehr - Barockoboen
Katja Beisch, Julia Belitz - Oboen da caccia
Rainer Johannsen - Barockfagott


Im späten 17. und im frühen 18. Jahrhundert unterhielten die meisten größeren Adelshöfe Europas Oboenensembles. Dies entwuchs einerseits aus der Tradition der Stadtpfeifer, die seit dem 14. Jahrhundert vor allem für die im Freien stattfindenen musikalischen Beiträge zuständig waren. Ihre Instrumente waren Zinke, Trompeten, Schalmeien, Flöten, Posaunen, Dulziane, Pommern. Andererseits waren seit der Renaissance Ensembles aus Instrumenten gleicher Gattung üblich (Consort).
Mitte des 17. Jahrhunderts wurden, wahrscheinlich auf Anstoß des Hofkomponisten Ludwigs XIV. Jean-Baptist Lully, manche Blasinstrumente modernisiert und damit für den eleganten Orchesterklang tauglich gemacht - so entwickelte sich unter anderem die Barockoboe aus der Schalmei und das Barockfagott aus dem Baßdulzian. Es entstanden mit diesen "neuen" Instrumenten auch neue Ensembles, wie z.B. das unter dem Namen "Douze grands hautbois du roi" berühmt gewordene Oboenensemble Ludwigs XIV. - als Pendant zu den "24 violons du roi".
1673 wurde die Barockoboe wohl erstmalig von einem französischen Oboenensemble nach England gebracht und wurde dort rasch sehr beliebt. William III. zog den Klang eines Oboenensembles sogar dem eines Streichorchesters vor. Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern bekam die Oboe als Ensemblesinstrument einen festen Platz in der höfischen Musik.
Die Literatur für die Oboenensembles bestand zum Teil in eigens dafür komponierten Werken, zum Teil in Adaptionen von Kompositionen für Streicher. Die Besetzungen war je nach Anlaß unterschiedlich: 4- oder 5-stimmige Musik wurde entweder einfach oder mehrfach besetzt mit Oboen, Oboen d'amore, Tenoroboen und Fagott aufgeführt.

Die Kölner Oboen-Band hat sich zur Aufgabe gemacht, diese fast vergessene Tradition des barocken Oboenensembles auf Originalinstrumenten wieder aufleben zu lassen. Die Mitglieder sind Spezialisten auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis und sind als Solisten wie als Ensemblespieler weltweit tätig.

Aktuelles Programm:

"Charming sweetness of sound"
Bläsermusik an europäischen Fürstenhäusern

Jean-Baptiste Lully (1632-1687) aus: "Le Carneval"
Tomaso Albinoni (1671-1750) Introduzione Seconda
Godfrey Finger (1664-1717) Music in "Alexander the Great"
Johann Caspar Ferdinand Fischer (1656-1746) Ouverture Nr. 4 aus "Le Journal de Printemps"

 


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