"Rheinisches Barockorchester"

Das Rheinische Barockorchester ist ein Zusammenschluß von Spezialisten für historische Aufführungspraxis. Dabei zeichnet sie Musikalität, Virtuosität und ein hohes Maß an Spielfreude aus. Die vornehmlich im Rheinland ansässigen Musiker interpretieren ausschließlich alte Musik auf barocken Instrumenten, mit denen eine nuancenreiche, sprechende Spielweise in idealer Weise möglich ist. Unter der organisatorischen Leitung der Barockoboistin und Blockflötistin Katja Beisch hat sich das Orchester auf das Repertoire der Barockmusik unterschiedlicher Komponisten spezialisiert. Es umfasst Aufführungen von Kantaten, Passionen und Oratorien. Das Orchester arbeitet projektweise mit wechselnden künstlerischen Leitern und passt die Besetzung und Größe den jeweiligen Werken an. Die dadurch bedingte große Flexibilität und Offenheit für das musikalische Experiment hat insbesondere bei der Aufführung von Bach-Werken zu einer beachtlichen Reputation geführt, wie es Konzerte mit dem Weihnachtsoratorium und den Passionen dokumentieren.

Für Anfragen und eine unverbindliche Kalkulation setzen Sie sich bitte mit Katja Beisch in Verbindung.
Wir freuen uns auf gemeinsame Projekte!

 

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"Le concert champêtre"
Französische Barockmusik für Drehleiern und Blockflöten

Katja Beisch und Meike Herzig · Blockflöten
Riccardo Delfino und Matthias Loibner
· Drehleiern
Thomas Wimmer
· Viola da Gamba
Christoph Anselm Noll
· Cembalo

Früher als Instrument der Bauern und Spielleute verachtet, gewann die Drehleier in Frankreich zwischen 1720 und 1760 - der Stilepoche Louis XV. - größte Beliebtheit bei Adel und Gesellschaft.
Sie gedeiht in dem subtilen, kunstvollen Klima zwischen dem künstlichen Paradies des "Zurück zur Natur" und den virtuosen Anforderungen der vornehmen Salons. Viele Komponisten schreiben für die Drehleier, die meist sogar im Duett auftritt. Als weiteres Instrument der Hirtenidylle dienen die Blockflöten, ohnehin beliebt in der französischen Barockmusik.In Gemälden von Watteau haben solche Szenen und ihre Musik ein Synonym gefunden.
Nicht nur das kunstvolle Spiel auf Drehleier und Blockflöte, sondern auch das passende Barock-Repertoire habe die Spieler ans Licht geholt und führen es in wechselnder besetzung auf. So entsteht ein amüsantes, überraschendes Hör-Bild dessen, was in Frankreich unter Louis XV. elegante Mode war.

 

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Die Solofantasien von G.Ph. Telemann
- in der Bearbeitung für Blockflöte und Cembalo im Telemann'schen Stil

Die Fantasien für Flöte solo von Georg Philipp Telemann, die er 1732/33 in Hamburg komponierte, sind kleine Meisterwerke. Jede ist in ihrer Form ganz einzigartig, es verbindet sie der Charakter des jeweils letzten Satzes, der immer folkloristische Anklänge enthält. Auch der Grundcharakter der einzelnen Fantasien ist sehr unterschiedlich, mache sind ganz intim komponiert, manche wirken fast orchestral. Telemann komponierte die Stück zum Teil in einer latenten Zweistimmigkeit, die dem Spieler hohe Virtuosität bezüglich großer Sprünge abverlangt. In der Musikgeschichte kam es immer wieder vor, daß Werken vom Komponisten selbst oder von anderen Stimmen hinzugefügt wurden oder sie instrumentiert wurden. In der Barockzeit gibt es manchmal "ad libitum"-Stimmen, was bedeutet, daß sie nicht notwenigerweise gespielt werden müssen. Später gibt es immer wieder Beispiele von Orchesterinstrumentierungen von Klavierwerken. Katja Beisch und Christoph Anselm Noll sehen sich in dieser Tradition, wenn sie den farbenreichen Fantasien Telemanns für Flöte solo zum Teil eine Cembalostimme hinzufügen, die ganz im Stile Telemanns geschrieben ist, und den je eigenen Charakter der Stücke noch deutlicher hervortreten läßt.

  
 
Die Musiker:
 
Katja Beisch - Blockflöte - siehe Biographie
 
Christoph Anselm Noll - Cembalo - studierte Katholische Kirchenmusik (A-Examen 1981), Orgel (bei Prof. Dr. R. Ewerhart, Künstlerische Reifeprüfung 1984), Cembalo (bei Prof. Hugo Ruf, Konzertexamen 1989) und Oboe (bei Prof. H. Hucke) an der Musikhochschule Köln. Ein weiteres Orgelstudium bei Prof. Dr. Ludger Lohmann an der Staatl. Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart schloß er 1988 mit dem Solistendiplom ab. Meisterkurse besuchte er u.a. bei M. Radulescu, L. F. Tagliavini, Guy Bovet und H. Vogel. Zahlreiche nationale und internationale Wettbewerbserfolge begründeten seine solistische Laufbahn als Organist und Cembalist.
Seit 1981 als Kantor, Organist und Chorleiter an St. Stephan, Andernach, tätig, gab er diese Stellung 1994 zugunsten einer freiberuflichen Tätigkeit auf. Er konzertiert im In- und Ausland sowohl als Solist als auch mit namhaften Ensembles für Alte Musik ("Musica Fiata", "Concerto Köln", "Collegium Cartusianum", "Cantus Cölln" u.a.). Christoph Anselm Noll wirkte darüberhinaus bei zahlreichen Aufnahmen für Rundfunk und Schallplatte mit.
Außerdem tritt er in den letzten Jahren auch vermehrt als Dirigent der Ensembles "Capella pura" und "Florilegium musicum" auf. Neben seinen künstlerischen Tätigkeiten lehrte er von 1987­1997 an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, war im Wintersemester 1995/96 Gastdozent an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und unterrichtet seit 1991 Orgel und Generalbaß an der Musikhochschule Detmold.

 

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